Übergewichtige Pferde

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HHColonelCatalyst
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Beitrag von HHColonelCatalyst » 20.08.2010 09:50:54

ShadowsCowgirl@

das heisst was? Ich kenne das auch so als Richtwert "Rippen fühlen, aber nicht sehen".

Wie meinst Du das, dass es für Pferde im Erhaltungsbedarf oder bei leichter Arbeit anders ist - also wie sollte es da sein?

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ShadowsCowgirl
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Beitrag von ShadowsCowgirl » 20.08.2010 10:27:25

Richte mich da nach dem Body Condition Score, der besagt:

[b9c]1 = extrem mager[/b9c]
Pferd extrem ausgehungert, kein Fettgewebe zu fühlen. Rückgrat leicht zu sehen, Dornfortsätze fühlbar, Hüftknochen und Übergang Kruppe zu Schweif stehen extrem hervor. Rippen sichtbar, Haut zwischen den Rippen eingefallen.

[b9c]2 = sehr dünn[/b9c]
Pferd ausgehungert, minimale Fettschicht. Rückgrat sichtbar, Dornfortsätze fühlen sich nicht spitz an, Hüftknochen und Übergang Kruppe zu Schweif erkennbar. Hervorstehende Rippen mit leichten Einsenkungen der Haut.

[b9c]3 = dünn[/b9c]
Scharfer Widerrist mit leichter Fettschicht, Fettpolster bedeckt die Wirbelkörper, aber nicht die Dornfortsätze. Rückenwirbel nicht fühlbar, Übergang Kruppe zu Schweifansatz sichtbar, Hüftknochen scheinen rundlich, sind aber ebenfalls sichtbar. Leichte Fettschicht über den deutlich sichtbaren Rippen.

[b9c]4 = schlank[/b9c]
Widerrist zeichnet sich nicht übermäßig scharf ab, etwas Fett am Hals, Rückgrat noch sichtbar, Fett am Übergang Kruppe zu Schweif tastbar, Rippen leicht sichtbar.

[b9c]5 = normal[/b9c]
Nacken geht harmonisch in den Rücken über, Widerrist rundlich, Rückenlinien gerade. Wirbelsäule sticht weder hervor, noch ist sie in Fett eingebettet. Fett an Übergang Kruppe zu Schweif fühlt sich leicht schwammig an. Rippen sichtbar, aber nicht leicht zu fühlen.

[b9c]6 = rundlich[/b9c]
Rücken mit leichter Rinne. Fett über den Rippen und am Übergang Kruppe zu Schweif fühlt sich weich an, Fettpolster an der Schulter sichtbar.

[b9c]7 = dick[/b9c]
Sichtbare Fettdepots am Hals und hinter der Schulter, festes Fett bedeckt den Widerrist. Leichte Rinne am Rücken, einzelne Rippen noch zu fühlen.

[b9c]8 = fett[/b9c]
Deutliche Verfettung am Hals, deutliche Fettpolster hinter der Schulter. Ausgeprägte Rinne am Rücken, leicht gespaltene Kruppe (diese ist bei Kaltblütern *wie Fribis* aber rassetypisch!). Übergang Kruppe zu Schweif sehr weich und schwabbelig. Rippen lassen sich nur noch schwer fühlen.

[b9c]9 = extrem fett[/b9c]
Schwellende Fettpolster an Hals, Schulter und Widerrist. Tiefe Rinne am Rücken, gespaltene Kruppe. Fettpolster über den nicht mehr fühlbaren Rippen. Fettpolster an den Innenseiten der Hinterbeine reiben aneinander, Flanken ausgefüllt.


Habe aktuell selbst ein Pferd im Stall, dass für einige Aussenstehende, als [i9c]zu dünn[/i9c] bezeichnet wird, dabei hat sie im Erhaltungsbedarf ein Idealmaß (von 2 TÄ bestätigt).

Alles was nicht gearbeitet wird, sollte besser schlank als normal sein, dass gilt besonders f.d. Robustrassen oder Pferde, die zur Fettleibigkeit neigen.

Natürlich auch hier: Ausnahmen bestätigen die Regel!
Viele Grüsse



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Beitrag von HHColonelCatalyst » 20.08.2010 10:37:46

ShadowsCowgirl@

ahh, sehr interessant. Ich würde nach dieser Einteilung mein Pony im derzeitigen Zustand als "schlank" bis "normal" (eher schlank) einstufen (auf meinem Avator-Foto war er noch dicker, letztes Jahr). Er muss derzeit max. 4 x in der Woche was tun, aber eher leichte bis mittlere Arbeit. Das wäre dann ideal, denke ich mal...?

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Beitrag von ShadowsCowgirl » 20.08.2010 10:40:49

Jepp, dem Avatarbild nach zu urteilen (geht natürlich nicht wirklich :wink: ), hätte ich ihn auch als etwas dicklich eingestuft. :wink:
Viele Grüsse



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Beitrag von HHColonelCatalyst » 20.08.2010 10:45:35

ShadowsCowgirl@

das Avator-Foto ist inzwischen 1,5 Jahre alt. Da standen wir noch im alten Stall, wo er zu dick war. Auch deswegen haben wir den Stall gewechselt... inzwischen ist er um einiges schlanker.

Das Gewicht war früher immer das Problem mit diesem Pferd. Seitdem wir über Heunetze füttern und er nicht mehr auf viel zu fetten Wiesen steht, ist er tatsächlich schlank geworden.

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Beitrag von ShadowsCowgirl » 20.08.2010 10:58:11

... und ist bestimmt motivierter/leichter in der Bewegung. :D


Bei unseren Moppelponys kam auch erst der Durchbruch bei MW35 Netz und Racetrack.

Ich bekomme immer das kalte Grauen, wenn ich die Pferde in den umliegenden Ställen ansehe; ganz besonders einige Quarter hier in der Gegend. Da ist bei weitem nicht alles "Muskeln". :?


Aber wie heisst es so schön: "... liegt alles im Auge des Betrachters ...". :P
Viele Grüsse



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Beitrag von HHColonelCatalyst » 20.08.2010 11:08:11

Ja, er ist tatsächlich nicht mehr so faul und schwerfällig.

In meinem alten Stall werden dicke oder auch viiiel zu fette Pferde als "normal" angesehen. Da stehen 90 Pferde, von denen wahrsch. 80% zu fett sind.

Der Stallbesitzer düngt wie ein Irrer die Wiesen. Gleichzeitig gibt es jedes Jahr neue Rehefälle. Sobald ein Pferd dann mal ein wenig schlanker aussieht, ist der Besitzer in Alarmstimmung und füttert ohne Ende zu (weil ich glaube, dass sich die meisten eben an diesen zu dicken Anblick gewöhnt haben und ihn eben fast als NORMAL ansehen).

Ich bin superfroh, dass mein Pony nun so schlank ist. Die LAG Inspektoren und die Tierärztin sprachen neulich von Idealgewicht :D

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Beitrag von ShadowsCowgirl » 20.08.2010 11:18:58

Sag nix gegen das Düngen an sich, denn das ist notwendig, um eine Weide überlebensfähig und die gesunde Artenvielfalt zu erhalten; schädigende Gräser gibts genug. Aber das ist ein anderes, kompliziertes Thema. :wink:


Dicklich rund interpretieren die meisten Pferdhalter als gesund.

Und der SB wird sich als Dienstleister an seinen Kunden orientieren, die (unter uns gesagt) keine Ahnung haben.

Wenn der anfangen würde, bedarfsgerechter zu füttern, sofern er das in der grossen Masse überhaupt kann, käme ein Aufschrei und Massenkündigungen auf ihn zu. :P

Wir sollten bei alledem natürlich nicht vergessen, dass Bewegung das A und O sind.
Wenn aber in Einzelfällen dies nicht gewährleistet werden kann, muss man fütterungstechnisch eingreifen.
Viele Grüsse



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