Hund knappt in Pferdebeine

Horse & Dog Trail - mit Spiel und Spaß zum harmonischen Team

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goldrider
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Hund knappt in Pferdebeine

Beitrag von goldrider » 30.01.2010 19:04:17

Hallo Hundefreunde,
ich habe zwar keine Trailfrage (kommt vielleicht mal nächtes Jahr), aber zum Thema Hund+Pferd. Seit einer Woche haben wir eine Shepherd Hündin übernommen (11 Monate). Sie hat bei uns jetzt den ersten Kontakt mit Pferden- (beinen) ;-)) Sie darf zeitweise am Hof freilaufen, damit sie auch mit den anderen Hunden toben kann etc. - dabei kam es jetzt schon bei vorbeilaufenden Pferden zum Knappen in die Beine. Na klar rufe ich sie dann zurück, aber möchte gerne von Anfang alles richtig machen.
Wer hat dazu Erfahrungen? In der Halle leine ich sie an und achte darauf, dass sie nicht zu nah an den vorbeilaufenden Pferdebeinen steht, damit sie keine Angst bekommt, die Pferde sind die Hunde eh gewohnt.
Muss es erst zum Tritt durch ein Pferd kommen, damit sie es lernt nicht in die Beine zu knappen? Hat noch jemand einen Buchtipp zum Thema Reitbegleithund, daran möchte ich dann wenn sie älter ist auch gerne üben.
Lieben Dank für Eure Tipps!!
Katha

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Della
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Beitrag von Della » 30.01.2010 19:12:20

Unsere Aussies machen das auch. Ist einfach das Hüteverhalten in Ihnen, das bekommt man schwer weg.
Ansich hilft nur eins: permanent und konsequent unterbinden!

Unsere machen es, allerdings sind die Pferde das gewöhnt und wir haben nur unsere eigenen Pferde am Stall. Ein Fremder könnte damit wahrscheinlich gar nicht umgehen, wenn das Pferd mal gezwickt wird.

PS: wenn sie aufs Zwicken in die Beine nicht reagieren, dann probieren sie´s auchmal mit der Nase! :shock:
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eps
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Beitrag von eps » 30.01.2010 20:15:53

Hallo,

das ist angeborenes Hüteverhalten und das kann man nicht wegtrainieren, höchstens umleiten.

lg
eps

MaliLucy
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Beitrag von MaliLucy » 30.01.2010 20:27:34

Hm, Hüteverhalten hin oder her. Aber man muss doch einen Weg finden, dem Hund klar zu machen, dass er das lassen soll. Meine Malinois-Mädels lieben das jagen sehr. Und trotz des starken Triebes mussten sie lernen, dass das ein NoGo ist.

Letztlich hilft nur, das ungewünschte Verhalten konsequent zu unterbinden. Wenn Pferde vorbeilaufen könnten, würde ich sie nicht unangeleint laufen lassen, sondern ne Schleppleine dran machen zur Absicherung (muss nix teures sein, Meterware Spanngurt aus dem Baumarkt mit nem Karabiner dran reicht auch.) Letztlich kannst Du ja auf einem Reiterhof auch gezielt üben...Hund an die Schleppe...Pferd läuft vorbei...Hund will hin...Du sicherst mit der Schleppe ab und kommentierst das Verhalten mit einem "Verbotswort" ("Nein", "Lass das"...was Du halt sonst auch nimmst). Dann rufst Du den Hund zu Tier und lobst ihn total übermütig wenn er bei Dir ist. Tolle Leckerli oder heiß geliebtes Spielzeug zur Belohnung erleichtern das Verständnis dafür, was gewollt ist und was nicht. Wichtig ist nur, dass Du den Hund so lange zuverlässig absicherst, bis Du absolut sicher sein kannst, dass sie die Pferde in Ruhe lässt. Kann ne Weile dauern, weil das von ihr gezeigte Verhalten für sie quasi selbstbestätigend ist. Wenn Du rufst, wenn sich der Hund schon daneben benommen hat, ist es einfach zu spät.

LG Yvonne

Starbuck´s Poco Pine
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Beitrag von Starbuck´s Poco Pine » 07.12.2010 15:57:17

Hallo,ich grab das Thema mal wieder aus.Allerdings geht es bei unserer Aussie Hündin eher ums anbellen und meine Befürchtung das daraus mal ein in die Nüstern zwicken wird.
Unsere Hündin war zwar immer mal mit am Stall,hat aber schon immer eher unsicheres Verhalten an den Pferden gezeigt und hatte sonst auch eher größeren Abstand zu den Pferden.
Nun ist mein Pferd allerdings umgezogen und wir sind zu dritt selbstversorger der Pferde,wodurch wir wesentlich häufiger am Stall sind und auch mehr auf engem Raum mit den Pferden sind.Meine Hündin zeigt deutlich unsicheres Verhalten und wenn ihr die Pferde zu nahe kommen läuft sie nicht unbedingt weg sondern stellt sich frontal vor die Pferde und bellt sie recht penetrant an.Da hilft von mir nur ein wirkliches anschnauzen,aber damit verändere ich ihr verhalten ja nicht sondern unterbinde es im Grunde immer erst wenn es zu spät ist.
Hat jemand Tipps dazu,vielleicht auch wie man ihr zeigen kann das die Pferde nicht bedrohlich sind?Wenn ich reite und sie auf dem Platz nebenher laufen darf und ich sie dabei beschäftige tut sie das nicht.
Liebe Grüße, Nadine und Buck

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Sabine Lang
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Beitrag von Sabine Lang » 12.07.2011 09:58:13

Hallo zusammen,

sorry wenn ich mich erst jetzt melde, ich wollte mir zu diesen Fragen ganz viel Zeit nehmen um diese ausführlich zu beantworten. Doch dann wäre es ein neues Buch geworden, rein über Hütehunde am Pferd, wäre eh noch eine Idee. :-)

So nun ist die Zeit verrannt. ;-)

Kurz gesagt:

Wenn der Hund sich das Verhalten von Bellen oder Zwicken schon angeeignet hat, gibt es verschiedene Ursachen dafür. Je nach Erfahrungen, Hundetypen und bisheriges Verhalten des Menschen (Angstaggression, beschützend, aufsplitten...).

Wichtig ist immer: Zuerst muss der Hund das erwünschte Verhalten lernen, er muss wissen was er denn beim Pferd tun soll, dass heißt das er Lob bekommt wenn er beim Pferd sich ruhig verhält, es nicht als selbstverständlich sehen. Umso mehr er beim Pferd geschimpft bekommt, verstärkt es das unerwünschte Verhalten (Bellen usw.), da er nach Aufmerksamkeit hächelt, auch wenn sie negativ ist.
Erst später kommt ein Abbruchsignal hinzu.

Am Putzplatz ist es gut wenn der Hund einen sicheren Platz z.B. auch auf einer Decke bekommt und dort immer wieder gelobt wird.
Ansonsten auch mit der Leine (natürlich ohne Rucken) dem Hund Sicherheit geben und die richtige Position bei Fuß (positiv) anlernen.
Gerade wenn es einem Hund zu eng wird, kann er das Verhalten zeigen um seine eigene Individualdistanz einzufordern. Dann muss der Mensch dafür sorgen dass das Pferd den Hund nicht bedrängt. Der Mensch ist der verantwortungsvolle Vermittler und muss für die Sicherheit beider Individuen sorgen, um so ein hamonisches Miteinander zu erhalten.

Für die Basisausbildung habe ich ein Buch geschrieben...Der Weg zum Reitbegleithund-Pferd, Hund & Mensch-ein harmonisches Team beim Cadmos-Verlag... Klick mich

Auch Hütehunde können und müssen lernen dass sie nicht zwicken dürfen...z.B. beim Schafhüten dürften sie das nie. Vor allem beim Pferd ist es lebensgefährlich wenn sie doch mal von einem getreten werden.

Ich habe bei einige Kunden die mit bellenden und zwickenden Hunden zu mir ins Training kommen. Es konnte bisher jeder Hund wieder umlernen. Doch wie es geht kommt auf exaktes Timing von Lob und Grenzen setzen an. Da kann ich hier leider keine weiteren Tipps geben. Es muss in kurzen Übungen der Hund dabei in seinem Ausdrucksverhalten (Mimik und Körpersprache) beobachtet werden, ob er Stress hat oder einfach nur provokant ist und im richtigen Moment aufgehört werden. Denn sonst wäre es sogar möglich dass das Verhalten noch weiter bestärkt wird.

Ihr könnt aber gerne mal zu mir kommen. :-) Auf einen Kurs oder hier mein Angebot für Trainingsurlaub... Klick mich

Hoffe ich konnte Euch a bisserl weiterhelfen!

Liebe Grüße und ein freundliches Schwanzwedeln

Sabine & Nanuk

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