EWU-Pleasure-Symposium in Kassel 16.01.11

Für die Freunde der "ruhigeren" Klassen!

Moderator: Moderatoren

Sugar
Beiträge: 227
Registriert: 10.07.2006 23:00:25

Beitrag von Sugar » 11.02.2011 13:43:13

@tory

Meiner Meinung nach bzw. auch Erfahrung, kann man halt Turniere nicht zuhause trainieren. Ich denke, das die meisten durchaus zuhause ihr Pferd soweit unter Kontrolle haben um den augenscheinlichen Anforderungen zu genügen. Nur reagieren Pferde halt auch auf dem Turnier anders als zuhause. Manche Pferde haben nicht die Nerven, andere lassen sich durch die Nervosität des Reiters anstecken und bei den Reitern liegen die Nerven oftmals eben auch blank auf einem Turnier, weshalb sie dann eben auch anders reagieren. Und manchmal entdeckt man die "Macken" eines Pferdes auch erst auf einem Turnier...

Daher war mein Gedanke, das man eben durch eine Art separater Bescheinigung die Berechtigung für LK4 erhält und nicht aufgrund von drei Platzierungen (man kann ja auch platziert werden, weils grade mal noch so gut ging) oder aufgrund der Mitgliedschaft in LK4 starten kann. Auch wenn es im Endeffekt nur eine Problemverlagerung von LK4 in LK5 ist.

LG Sugar

Benutzeravatar
tory
World Champion
Beiträge: 8371
Registriert: 05.06.2005 17:00:37
Kontaktdaten:

Beitrag von tory » 11.02.2011 14:07:18

sorry, aber ich sollte mein pferd in der bahn jederzeit durchpariert bekommen. dann störe ich wenigstens nicht mehr und reite die leute nicht reihenweise in grund und boden.
und wer sein pferd laufen läßt weil er keinen bock hat rücksicht zu nehmen, der gehört wegen unsportlichen verhaltens ausgeschlossen.
liebe grüße
helene


Wer mit dem Strom schwimmt, erreicht die Quelle nie.
Peter Tille *1938 dt. Schriftsteller

taya
Beiträge: 20
Registriert: 11.05.2010 12:16:31
Wohnort: Oberfranken

Beitrag von taya » 12.02.2011 10:35:58

So, also ich bin erst seit ca. einem Jahr in Bayern wohnhaft und vorher nur bei der EWU Mitglied gewesen und dort auch gestartet. Mich persönlich ärgert es auch, wenn man in einer einzigen Runde Galopp in der Prüfung quasi zweimal umgeritten wird. Nun hab ich vergangenes Jahr erstmals mit der VWB hier in Bayern Bekanntschaft gemacht. Nun frage ich mich, warum es bei diesem Verband in den Pleasureklassen - der ja auch rasseoffen ist - augenscheinlich recht gut klappt, ein gesundes Mittelmaß bei der Bewertung zu finden. War nur auf 2 Veranstaltungen, aber da gings in den "niedrigeren" Klassen nicht halb so chaotisch zu, obwohl da auch immer mehr als 10 Reiter in der Bahn waren. Klar, ich war nur auf 2 Turnieren, aber ich hab mir da alle 6 Pleasure-Prüfungen angesehen und will hier nicht behaupten, dass das generell immer so ist, aber ich war doch positiv überrascht. Auch bei den Amateuren (glaube das entspricht etwa der LK 2) waren die Bewertungen für mich als "nicht-so-oft-Turnierreiter" nachvollziehbar. Und da gewann nicht das langsamste Pferd, sondern das, das in angemessenem Tempo, konstant und rund am losen Zügel gelaufen ist - und siehe da, da war nicht immer ein Quarter vorne und die plazierten Rassen echt bunt gemischt! Soviel ich weiss, orientiert sich das Regelwerk der VWB aber auch an der AQHA.

Beagle
World Champion
Beiträge: 5713
Registriert: 02.10.2006 20:23:30
Kontaktdaten:

Beitrag von Beagle » 12.02.2011 11:07:41

Ich möchte fast sagen, das liegt am Selbstverständnis der VWB, das von den Trainern erfolgreich an die Reitschüler weitergegeben wird: gepflegtes Reiten.

Wo da das Problem bei der EWU ist, vermag ich nicht zu sagen. Vielleicht liegt die Prämisse zu sehr auf "Turnierteilnahme", und vielleicht ist auch das Konzept der ganzen Trainer-Scheine - wie schon so oft von den verschiedensten Seiten her geäußert - eher kontraproduktiv. Ferner sieht die VWB die AQHA als Orientierungspunkt an, viele EWU-Reiter jedoch sehen AQHA und andere Verbände als Gegenpole an. Ersteres erleichtert eine Orientierung beim Training und beim Selbstverständnis generell. Letzteres ist definitiv nicht verkehrt, aber für eine Gegen-Einstellung reicht die von vielen eingenommene Trotzhaltung gegenüber der AQHA etc. allein nicht aus. Insofern ist z.B. das Konzept, transparente Vorgaben "so soll es aussehen", mehr als wichtig. Man sollte bei der praktischen Demonstration dieser Vorgaben (Lehr-Videos und -Fotos) dann aber auch Beispiele aus verschiedenen Rassen nehmen. So könnte auch die Einstellung vieler "Wer sagt denn, dass ein XXX das nicht kann!" modifziert werden zu "OK, [i3e]MEIN[/i3e] XXX kann das so nicht" sowie "OK, ich kann das noch nicht". Nur die Erkenntnis, dass man irgendetwas (noch) nicht kann, befähigt zum Lernen bzw. zum Umdisponieren.
nur echt mit dem beagle ...

taya
Beiträge: 20
Registriert: 11.05.2010 12:16:31
Wohnort: Oberfranken

Beitrag von taya » 12.02.2011 13:05:23

Naja, dass die EWU´ler und die AQHA´ler nicht gut aufeinander zu sprechen sind, ist mir bei der Aussage einer Miteinstellerin auch klar geworden. Habe eigentlich nur freudlich gefragt, ob vielleicht jemand mit zum Turnier fahren will, hab nen Platz auf dem Hänger frei. Da krieg ich glatt zur Antwort: "Ne bei der EWU starten wir nicht, wir gehen lieber auf die richtigen Turniere. Bei der EWU starten sowieso nur die, bei denen es für die anderen Vereine nicht reicht!" Mhhh, das hatte gesessen!

Benutzeravatar
schwarzkittel
World Champion
Beiträge: 1065
Registriert: 19.11.2006 07:30:44
Wohnort: Maingau

Albern

Beitrag von schwarzkittel » 13.02.2011 09:17:47

@taya
Sag ihr einfach, Du möchtest an einem echten Wettbewerb (Starterfeld >10) teilnehmen und nicht eine Platzierung 1./2./3. von 3 Teilnehmern bekommen.

LittleBit
World Champion
Beiträge: 4023
Registriert: 19.01.2003 12:08:31

Beitrag von LittleBit » 13.02.2011 09:39:17

Ist das krass, echt!

Wahrscheinlich gibt´s in der EWU schon regionale Unterschiede. Wenn ich aber dran denke, daß z.B. Meckesheim schon in den 80er / frühen 90er Jahren Kult war und wer da alles gestartet ist... Eigentlich kann man sich nur tot lachen, wenn das Niveau so über einen Kamm geschoren wird.

Hier bei München war ich vor vielleicht 3 Jahren öfters auf Turnieren, und die VWB war jetzt auch nicht so der Überflieger (man darf halt nicht LK5 auf C-Turnier mit Open auf der Summer Show in Kreuth vergleichen). Oder den für 25T€ in den USA gekauften Pleasure Crack mit World Champion Abstammung mit dem mühsam ausgebildeten WW-Mix.

Um zurück zum Thema zu kommen - ich find es nicht schlecht, wenn in den unteren Leistungsklassen die reiterliche Leistung mit einfließt. Allein deswegen, weil das Pferdematerial bei der EWU heterogen ist und das meiner Meinung nach auch ruhig bleiben darf. Grad in LK5 oder 4 ist es nur fair, wenn auch Pferde ne Chance haben, die naturgemäß nicht die Top-Pleasurer sind, aber vom Reiter in gleichmäßigem Tempo mit wenig Einwirkung vorgestellt werden können.
Zum Reiten braucht man bloß ein Pferd...

taya
Beiträge: 20
Registriert: 11.05.2010 12:16:31
Wohnort: Oberfranken

Beitrag von taya » 13.02.2011 09:47:27

So schnell konnte ich gar nicht denken, mir ist echt nichts mehr dazu eingefallen, hab mich auch nie mehr sowas fragen trauen. Außerdem bin ich auch "nur" Freizeitreiter und geh nie mehr als 3 kleinere Turniere im Jahr. Dazu hab ich weder Zeit noch das Geld und zum überprüfen unseres Leistungsstandes reicht mir das auch vollkommen. Auf diesen sog. richtigen Turnieren ist ja die Box schon so teuer, da kann ich locker auf 3 kleine Turniere fahren. Wollen wir hoffen, dass eine Lösung für das Pleasure-Problem gefunden wird und sich die Reiter dadurch vielleicht ein bisschen wieder annähern!

Beagle
World Champion
Beiträge: 5713
Registriert: 02.10.2006 20:23:30
Kontaktdaten:

Beitrag von Beagle » 13.02.2011 12:07:28

Ehe ich missverstanden werde - zumindest mir kommt der Gedanke, dass ich mit meinem Posting über das Selbstverständnis der EWU die EWU abwerten wollte. Keinesfalls - ich will nur die Problematik aufzeigen, die dadurch entstehen kann, dass es wohl nicht ausreichend Trainer gibt, die ihren Reitschülern in ausreichender Weise vermitteln können, um was es auf den Turnieren geht. Es gibt sehr viele EWU-Reiter, deren Leistungen ich großen Respekt zolle, egal ob es sich um Reiter aus der "Haflinger-und-Co-Fraktion" handelt oder um Reiter, die den "Ausschuss" der QH-, PH- und Appy-Zuchten für kleines Geld gekauft und mit viel Liebe, Zeit und Arbeit zu guten Reit- und Turnierpferden ausgebildet haben, seien es Trainer, die sich die solide Basis in der Ausbildung von Pferd und Reiter zum Ziel gesetzt und dafür dem Rasse- und Spezialisten-Turniergeschehen den Rücken gekehrt haben, seien es die Reiter und Trainer, die quer durch die Verbandsszene erfolgreich sind und damit zeigen, dass in der EWU kein "Westernreiten für Arme" stattfindet.

Je übersichtlicher ein Verband ist, desto mehr achten die Einzelnen möglicherweise darauf, wie sie sich und ihr Umfeld präsentieren.
nur echt mit dem beagle ...

Lecoca_28
Beiträge: 675
Registriert: 23.08.2008 13:15:47
Wohnort: Sinzheim
Kontaktdaten:

Re: Albern

Beitrag von Lecoca_28 » 13.02.2011 21:37:16

[quote8a="schwarzkittel"]@taya
Sag ihr einfach, Du möchtest an einem echten Wettbewerb (Starterfeld >10) teilnehmen und nicht eine Platzierung 1./2./3. von 3 Teilnehmern bekommen.[/quote8a]

hmm, hast du dir mal die Starterzahlen in Kreuth bei AQHA und VWB angesehen ? da sind es schon mehr als 3 Starter pro Prüfung, egal ob Einsteiger, Amateur oder Offen...

Bondgirl
World Champion
Beiträge: 1675
Registriert: 17.07.2008 08:10:24

Beitrag von Bondgirl » 05.09.2011 13:42:44

...ganz ehrlich? Ich denke, dass hier eindeutig die Trainer und die Richter gefragt sind.

Wenn zu mir ein Reiter kommt und mir von seinem durchgehenden Pferd aus mitteilt, dass er unbedingt WPL starten will, dann sag ich dem ganz einfach: "Klaro, kriegen wir hin - wir haben ja noch über ein Jahr Zeit. Welche Turniere würdest Du denn gern gehen?" und nicht (wie ich es schon mehrfach beobachtet habe) "Ok, dann nennen wir mal für in vier Wochen, das schaffst Du schon, musst halt oben bleiben".

Wenn mir dann noch andere Teilnehmer erzählen (ich selbst habe das noch nicht erlebt!) dass der Richter schon die Augen verdreht hat als der "Hillbilly" rein kam, denke ich - stell ihn doch Du in die Mitte, ich kann es nicht. Die Richter haben es in der Hand. Und wenn nun ein Laie zuschaut und er einen anderen Zuschauer fragt, wieso denn die Pferde in der Mitte stehen, und salopp erklärt bekommt, dass denen ihr Reiten einfach nicht schön genug war, würde es selbst den Blick des blutigen Laien schärfen für was ist schön, was nicht.

Vielleicht sollte aber auch der Verband (nicht nur EWU) auch etwas mehr Werbung bzw. Aufklärung betreiben, was man unter WPL versteht. Ob n Gaul zB in der RN die Haxen gut in den Stop hält, sieht selbst meine Oma - da salopp gesagt "messbar". Und einen humpelnden Bock von einem taktreinen Gänger unterscheiden kann sie auch. Aber wenn der Verband nun regelmäßige Berichte und Statements der Richter einstellen würde (zB im Westernreiter "Die große WPL-Serie - heute: Der korrekte Schritt" - Gos und NoGos) könnte sich auch das trainerlose Lieschen Müller einen Überblick verschaffen, dass es wohl doch nicht ausreicht, nur nicht im Dreck zu landen.

Die Reiter an sich könnten sich selber auch mal realistischer einschätzen, aber da habe ich auch schon Erfahrungen gesammelt, dass ich Leute vor mir stehen hatte - LK 4 WPL mit durchgehendem Gaul:

"Sowas, das kann ich jetzt mal gar nicht verstehen, wir waren doch sooo schön unterwegs - stellt der mich einfach in die Mitte. Da muss ich nochmals nachfragen, schließlich denke ich, dass der mich richten wird wenn ich jetzt dann nach dem 3er RAZ den Trainer C machen will."

Nichts desto trotz: Ich denke, Trainer und Richter sollten sich eben in der Pflicht sehen... frei: Felix qui potuit rerum cognoscere causas

Bondgirl
World Champion
Beiträge: 1675
Registriert: 17.07.2008 08:10:24

Beitrag von Bondgirl » 05.09.2011 13:54:55

...jetzt bin ich doch aus Zufall im Hunterforum auf ein Thema gestoßen "Unterschied Hunter / Pleasure"...

Ich sags gleich vorneweg, ich kenn mich mit Hunter ÜBERHAUPT nicht aus, also ich möchte auch keinem auf den Schlips treten, wenn ich jetzt frage, ob es nicht vielleicht auch so in die Richtung gehen könnte, den "unteren" LKs eine "Hunter" statt der WPL anzubieten, das Tempo wäre höher, das heißt die unsicheren Starter müssten ihre Pferde nicht "heiß" machen durch ziehen am Zügel ("Ich muss doch noch langsamer werden, Mensch!") und die Reiter könnten leichttraben, was auch wiederum zu einer Entspannung der kochenden Situation führen könnte...

Jetz mal echt nur so geschrieben in der Hoffnung, etwas sinnvolles beitragen zu können... ???????

Beagle
World Champion
Beiträge: 5713
Registriert: 02.10.2006 20:23:30
Kontaktdaten:

Beitrag von Beagle » 05.09.2011 14:39:44

Keine gute Idee nach einigem Abwägen, finde ich.

Zum einen ist HUS keine echte Westerndisziplin und wird daher von der EWU nicht angeboten.
Zum anderen würden Pferd und Reiter dafür ein ein eigenes Outfit benötigen und das ist schon allein aus Kostengründen völlig inakzeptabel.

Auch die Sache mit dem Leichttraben würde die Idee einer Pleasure zu sehr verwässern. Und würde die Reiter vielleicht noch weniger dazu ermuntern, auf einen ruhigen, gleichmäßigen Gang bei ihren Pferden zu achten. (Und ihr reiterliches Können entsprechend zu pflegen ...)

Die beste Maßnahme ist sicher die unpopulärste: Reiter, die den Ansprüchen der Prüfung nicht genügen, in die Mitte stellen. Dazu gehört eben auch, das Pferd ausreichend kontrolliert reiten zu können.

Meiner Meinung nach sollte man den Grundgedanken eines Turniers nicht vergessen: Man zeigt, was man kann. Und nicht das, was man auch zuhause nicht kann. Und ein Jahrmarkt zum hemmungslosen Spaßhaben ist so ein Turnier auch nicht. Es gibt schon so viele Klassen und Prüfungen, die Leuten den Turniereinstieg leicht machen sollen, die an sich noch daheim ein Jährchen üben sollten - wie weit will man noch runtergehen mit den Ansprüchen?
nur echt mit dem beagle ...

Bondgirl
World Champion
Beiträge: 1675
Registriert: 17.07.2008 08:10:24

Beitrag von Bondgirl » 05.09.2011 15:07:33

...die Sache mit dem Leichttraben kann ich so als Einwand von Dir verstehen, und ich denke, Du hast recht.

Aber dass die HUS eins zu eins kopiert werden soll, so habe ich das auf gar keinen Fall gemeint! Das hab ich wohl blöd geschrieben, aber natürlich (!!!!) nicht so gemeint, dass nun alle als Pinguine rumrennen sollen, Sorry - natürlich NICHT!!!

Nur eben, weil die GGAs etwas fleissiger sein dürfen, das Leichttraben hinzukommt und dergleichen.

Aber hast sicherlich recht, wie schon erwähnt, ich hab zu wenig Checkung in der HUS. :D :shock:

Benutzeravatar
Jessy128
World Champion
Beiträge: 4049
Registriert: 08.11.2002 10:20:50

Beitrag von Jessy128 » 05.09.2011 15:41:20

[quotea9="Beagle"]Meiner Meinung nach sollte man den Grundgedanken eines Turniers nicht vergessen: Man zeigt, was man kann. Und nicht das, was man auch zuhause nicht kann. Und ein Jahrmarkt zum hemmungslosen Spaßhaben ist so ein Turnier auch nicht. Es gibt schon so viele Klassen und Prüfungen, die Leuten den Turniereinstieg leicht machen sollen, die an sich noch daheim ein Jährchen üben sollten - wie weit will man noch runtergehen mit den Ansprüchen?[/quotea9]

*unterschreib*
Nachricht nicht von meinem i-phone gesendet

Bild

Antworten

Zurück zu „Lope your horses, lope please!“